Rookie vs. Routine: zwei Wege, ein Ziel
Erfahrungen aus dem ERDINGER Alkoholfrei Coaching-Projekt mit Jenny und Nicole: Was lernen Einsteiger von erfahrenen Athleten und wie unterscheiden sich ihre Trainingsansätze voneinander?

Triathlon ist vielseitig, herausfordernd und für jeden anders. Eine sportliche Reise, die Technik, Körper und Kopf fordert. Und gleichzeitig ein sehr persönlicher Weg: Jeder hat eigene Ziele, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen. Gerade wenn man neu startet, stellt sich oft die Frage: Wie finde ich meinen Weg? Was ist wirklich wichtig? Und was brauchen erfahrene Athleten, die schon seit Jahren dabei sind?
Unser Coaching-Projekt stellt genau diese Unterschiede und Gemeinsamkeiten dar und gibt wertvolle Impulse für alle, die sich auf die Reise begeben: Mit Jenny (Einsteigerin) und Nicole (erfahrene Athletin) begleiten wir zwei unterschiedliche Perspektiven – mit dem Ziel, voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und neue Impulse für Hobby- und Leistungssportlerinnen zu schaffen.
Dabei wird schnell deutlich: den einen richtigen Weg gibt es nicht. Aber es gibt Prinzipien, die für alle gelten und individuelle Strategien, die den Unterschied machen.
Die Rookie-Perspektive: Jenny und ihr Weg in den Triathlon
Jenny ist erst seit 2024 dabei, hat vor ein paar Wochen gerade ihre erste Olympische Distanz absolviert, die zweite Triathlon-Saison läuft und sie sammelt fleißig Trainings- und Wettkampferfahrungen. Für sie ist Triathlon vor allem Neuland: Aufbruch, Struktur und Freude am Sport. Mit einem vollen Alltag, begrenzter Zeit und vielen Fragezeichen ist sie in ihre zweite Saison gestartet. Ihr Fokus liegt nicht auf der perfekten Leistung, sondern der nachhaltigen Entwicklung, körperlich wie mental.
Im Mittelpunkt stehen dabei:
- Regelmäßigkeit und Struktur: Ein fester Trainingsplan gibt Sicherheit. Die Herausforderung liegt darin, Sport in einen vollen Alltag zu integrieren. Mit Beruf, Familie und sozialen Verpflichtungen.
- Technik und Grundlagen: Jeder Schritt, jeder Schwimmzug, jede Pedalumdrehung zählt, aber nicht in Intensität, sondern in Effizienz. Bewegungsqualität, saubere Technik und Verletzungsprävention sind zentrale Elemente.
- Spaß und Motivation: Die Freude am Sport steht im Vordergrund, der Druck darf nicht zu groß werden. Langfristiger Fortschritt braucht positive Energie.
- Flexibilität und alltagstaugliche Planung: Berufs- und Privatleben fordern ihre Aufmerksamkeit. Statt zu viel auf einmal zu wollen, orientiert sich Jennys Trainingswoche an festen Schlüsseleinheiten, die wie Fixpunkte in ihrer Woche verankert sind. Kleine Siege, die Motivation geben, ohne den Fokus zu verlieren.
Jennys Reise zeigt: Ein guter Einstieg braucht Orientierung und Struktur, aber gleichzeitig Flexibilität. Das Verständnis für den eigenen Körper, ein unterstützender Rahmen, der Mut macht, statt zu überfordern – und vor allem Freude und das Vertrauen, dass Entwicklung Zeit braucht. Wie sie selbst sagt:
„Das Projekt ist für mich nach wie vor eine echte ‚Once in a Lifetime‘-Erfahrung. Es gibt mir Sicherheit. Dabei geht es nicht nur ums Training, sondern auch darum, im Triathlon wirklich anzukommen. Ich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören, den Sport ohne Druck, aber mit Spaß zu erleben. Es ist auch ein Stück mehr Alltag geworden und auch eine Erleichterung für mich in der Planung und Klärung von Fragen. Außerdem bekomme ich gute Anreize, wie ich mein Training am besten aufbauen und gestalten kann. Besonders bei meiner ersten Olympischen Distanz war das Gefühl, gut vorbereitet zu sein, entscheidend. Ich wusste, was auf mich zukommt, hatte einen Plan und auch wenn am Ende jeder für sich selbst verantwortlich ist, hat mir die Begleitung im Hintergrund mental viel Sicherheit gegeben. Ich konnte gut vorbereitet und mit einem sicheren Gefühl an den Start gehen und wusste, das wird gut werden“
Für das nächste große Ziel, den Allgäu Triathlon, überwiegt die Vorfreude:
„Großen Respekt habe ich vor den Höhenmetern beim Radfahren und auch vor den 10km Laufen, weil es mir hier noch an Erfahrung fehlt. Ich freue mich aber riesig auf die Atmosphäre und die Kulisse. Einen Triathlon im Allgäu bestreitet man ja nicht alle Tage. Außerdem werden auch ein paar Mädels aus dem Triathlon Camp vor Ort sein, das wird ein besonderes Erlebnis!“
Die Routine-Perspektive: Nicoles Weg über Feinschliff, Fokus und neue Herausforderungen
Nicole ist erfahren, kennt Trainingszyklen, Materialfragen und Rennvorbereitungen. Ihre Herausforderung in dieser Saison: zum ersten Mal zwei Mitteldistanzen innerhalb von nur zwei Wochen zu meistern. Sie hat schon viele Wettkämpfe absolviert und geht das Training mit einem anderen Blickwinkel an:
- Feinabstimmung und Optimierung: In der Trainingsplanung geht es nicht mehr um Grundlagenerwerb, sondern um die Details. Pacing, Verpflegung, Regnerationsstrategien und Materialwahl spielen eine größere Rolle.
- Spezifisches, wettkampforientiertes Training: Jede Einheit hat ein klares Ziel, sei es Tempoarbeit, technische Fokussierung oder gezielte Vorbereitung auf die Belastungen im Rennen. Dabei liegt der Fokus auf den individuellen Stärken und Schwächen und dem Wettkampftempo.
- Mentale Stärke: Erfahrung hilft, die Nervosität zu managen und Druck gezielt zu steuern. Visualisierung, Zielklarheit und Routine helfen, einen klaren Kopf zu bewahren.
- Regeneration und Balance: Nicole hat gelernt, dass Erholung kein Luxus, sondern Trainingsbestandteil ist. Auch mentale Pausen gehören dazu, ebenso wie kleine Auszeiten im Alltag. Um langfristig leistungsfähig zu bleiben, ist die Alltagsbalance essenziell.
Nicoles Weg verdeutlicht: Auch erfahrene Athletinnen entwickeln sich ständig weiter, wenn auch mit anderen Schwerpunkten. Mit mehr Feinschliff, gezielter Arbeit mit dem eigenen Körpergefühl und einem klaren Blick auf das große Ganze. Erfahrung ersetzt nicht die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung – vielmehr macht sie sie bewusster. Nicole geht diesen Weg strukturiert, reflektiert und offen für neue Impulse:
„Durch den regelmäßigen Austausch fühle ich mich gut eingebunden und abgeholt. Der Austausch hilft mir, nochmal bewusster und ehrlicher zu mir selbst zu sein und die verfügbare Trainingszeit realistisch einzuschätzen. Das Coaching-Projekt hat mir eine klare Struktur gegeben, die ich allein nicht so gut hinbekommen hätte und auf jeden Fall ein Stück mehr Selbstvertrauen durch positives Feedback. Ich freue mich nun riesig auf die Wettkämpfe und auf die Atmosphäre rund um das Kultevent im Allgäu, auch wenn ich als Nordlicht einen Heidenrespekt vor den Anstiegen habe.“
Zwei Wege, ein Ziel und viele gemeinsame Nenner
Ob erste Olympische Distanz oder Doppelbelastung mit zwei Mitteldistanzen: beide Athletinnen zeigen, wie unterschiedlich Motivation, Fokus und Trainingsgestaltung sein können und wie man voneinander lernen kann.
Was jeder aus dem Projekt mitnehmen kann, ob aus Coach- oder Athletensicht:
- Ob Rookie oder Routine, das Ziel ist gleich: Spaß am Sport, persönliche Weiterentwicklung und der Finishline-Moment.
- Der individuelle Weg zählt: Jeder Trainingsplan muss zu den Lebensumständen und Zielen passen und individuell angepasst sein, die eine Patentlösung gibt es nicht.
- Kontinuität und Freude sind die Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Der beste Plan nützt nichts, wenn er Frust auslöst. Wer langfristig dranbleiben will, braucht Spaß und persönliche Erfolge.
- Gerade unter Wettkampfdruck entscheidet oft der Kopf: Mentale Einstellung und Anpassungsfähigkeit machen den Unterschied. Mentale Stärke wächst mit Erfahrung und durch Austausch, Reflexion und die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Training. Eine ehrliche Außensicht kann helfen, individuelle Stärken sichtbar zu machen.
Bleibt dran: Blick Richtung Allgäu und darüber hinaus:
Am 17. August starten Jenny und Nicole beim Allgäu-Triathlon. Wir drücken ihnen feste die Daumen für das Highlight beim Kultevent und freuen uns darauf, hier auf dem ERDINGER Active.Blog noch viele spannende Einblicke zu teilen.
Im 4. und letzten Blog der kleinen Serie schauen wir zurück auf das Coaching-Projekt und werfen außerdem einen Blick auf den langfristigen Saisonaufbau: wie man mit Plan und Leidenschaft nicht nur eine Saison, sondern viele Jahre gesund und erfolgreich gestaltet.
Habt ihr Fragen zu eurem eigenen Weg im Triathlon? Schreibt uns gerne – wir freuen uns auf den Austausch!


